Unsere Mission

Die Provenienzforschung ist integraler Bestandteil der Arbeit an Museen, Bibliotheken, Archiven und am Kunstmarkt und dient neben der Identifizierung von sogenanntem Raubgut auch dem Erkenntnisgewinn zur Sammlungs- und Institutionengeschichte und dem Verständnis der Prozesse um Authentifizierung, (Wert-)Zuschreibung, Manifestation oder Aneignung dessen, was heute als Kulturgut definiert wird. Sie ist zudem Teil der universitären und außeruniversitären Forschung und Lehre; die Geschichtswissenschaften greifen in ihren Studien zum Holocaust ebenso auf Erkenntnisse der Provenienzrecherche zurück, wie auch die Kunstgeschichte/-soziologie vielfach Aspekte der Translokation und Geschmacksbildung verhandelt.

Der Arbeitskreis Provenienzforschung e.V. setzt sich vor diesem Hintergrund für eine Optimierung der Arbeitsbedingungen an öffentlichen und privaten Einrichtungen ein, an denen WissenschaftlerInnen überwiegend durch drittmittelfinanzierte Projekte und kurze Laufzeiten gebunden sind. Eine langfristige und transparente Dokumentation und somit Sicherung von Expertise und Wissen ist deshalb nicht gewährleistet. Deshalb appelliert der Verein an Bund, Länder und Kommunen, sich verstärkt für die Förderung von (auch digitalen) Forschungsinfrastrukturen einzusetzen.

Eine zielführende Provenienzforschung kann nur auf der Grundlage einer adäquaten Erfassung und Erschließung der zu erforschenden Bestände garantiert sein. Den überaus vielfältigen Ansprüchen, die an ihre Arbeit gestellt werden, können die WissenschaftlerInnen nur im Rahmen nachhaltig verbesserter Arbeitsbedingungen und -strukturen gerecht werden.

Meike Hopp (Vorsitzende), Sven Haase, Christian Klösch, Carolin Lange und Johanna Poltermann
Vorstand des Arbeitskreises Provenienzforschung e.V.