Arbeitsgruppe Wiedergutmachungsakten

Die Arbeitsgruppe Wiedergutmachungsakten hat sich 2016 beim Frühjahrstreffen des Arbeitskreises in Karlsruhe gegründet. Sie erarbeitet Hilfestellungen für die Recherche in Rückerstattungs- und Entschädigungsakten.

Wiedergutmachungsakten dienen als Quelle für unterschiedliche Fragestellungen der Provenienzforschung. Sie werden herangezogen, um die Schicksale von Verfolgten zu rekonstruieren oder die Umstände von Vermögensverlusten zu klären. Um Doppelentschädigungen zu vermeiden, prüfen Provenienzforscher*innen außerdem anhand von Wiedergutmachungsakten, ob Anspruchsteller in der Nachkriegszeit bereits Entschädigungsleistungen erhalten haben. Nicht zuletzt können Wiedergutmachungsakten als Ausgangspunkt für die Rekonstruktion von Sammlungen oder für die Erbensuche dienen.

Ziel der AG Wiedergutmachung ist es, Forschenden den Einstieg in die Arbeit mit diesem Quellenmaterial zu erleichtern. Dazu erarbeitet die Arbeitsgruppe eine Übersicht über die für die Provenienzforschung relevanten Aktenbestände in den Staats- und Landesarchiven, den (ehemals) zuständigen Entschädigungsämtern und weiteren Behörden. Dieser Übersicht wird eine Einleitung beigefügt, die einen kurzen Abriss zur Entwicklung der Wiedergutmachungs- und Entschädigungsverfahren nach 1945 sowie erste Hinweise zu den Zugangsmöglichkeiten zu diesen Akten gibt. Langfristig soll ein Leitfaden zur Nutzung von Wiedergutmachungsakten als Quellen in der Provenienzforschung entstehen.

Im Oktober 2019 haben die AG-Mitglieder Emily Löffler und Ilse von zur Mühlen bei der vom Lastenausgleicharchiv Bayreuth organisierten Tagung „Kriegsfolgenarchivgut: Entschädigung, Lastenausgleich und Wiedergutmachung in Archivierung und Forschung“ einen Vortrag über die Relevanz von Wiedergutmachungsakten für die Provenienzforschung und die Vorhaben der AG gehalten. Das Tagungsprogramm und die einzelnen Beiträge können hier eingesehen werden.

Übersicht zu den Aktenbeständen

Kontakt: ag-wgakten@arbeitskreis-provenienzforschung.org

Anja Ebert, Heike Krokowski, Marcus Leifeld, Emily Löffler, Ilse von zur Mühlen

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