CfP Jahrestagung 2026: Provenienzforschung (neu) verorten – Veränderte Rahmenbedingungen – neue Herausforderungen?

Die Jahrestagung des Arbeitskreises Provenienzforschung e.V. findet vom 3. bis zum 5. November 2026 in Hannover statt.

Die gemeinsame Schiedsgerichtsbarkeit für Rückgabestreitigkeiten über NS-Raubgut, die am 1. Dezember 2025 ihre Arbeit aufgenommen hat, die am 14. Oktober verabschiedeten Gemeinsamen Leitlinien zum Umgang mit Sammlungsgut und menschlichen Überresten aus kolonialen Kontexten sowie die zu Jahresbeginn 2026 gestartete Förderung objektbezogener Provenienzforschung zu Kulturgutentziehungen in der SBZ/DDR beschäftigen die Provenienzforschung ebenso wie die dadurch ausgelösten öffentlichen Diskussionen. Digitale Forschungsinfrastrukturen und Künstliche Intelligenz entwickeln sich rasant und finden in der Provenienzforschung immer größere Verbreitung. Chancen, Möglichkeiten, Herausforderungen, aber auch Risiken werden intensiv diskutiert.

Der Arbeitskreis Provenienzforschung e.V. ist die weltweit größte wissenschaftliche Fachgesellschaft für Provenienzforschung mit über 630 Vereinsmitgliedern aus Deutschland, der Schweiz, Österreich, den USA, den Niederlanden, Frankreich, Italien, Großbritannien, Israel, Polen, Belgien, Kanada, Argentinien, Norwegen, Luxemburg und der Tschechischen Republik. Die Jahrestagung 2026 wird vom 3. bis zum 5. November im Sprengel Museum Hannover, im Museum August Kestner, im Landesmuseum Hannover, im ZeitZentrum Zivilcourage und in weiteren Kultureinrichtungen in Hannover stattfinden. Sie will diesen Wandel in den verschiedenen Arbeitsfeldern der Provenienzforschung reflektieren und Handlungsoptionen für die Zukunft entwickeln. Dabei sollen möglichst alle Unrechtskontexte und alle Objektgattungen berücksichtigt werden.

Es sind gemeinsame Panels im Plenum sowie parallele Workshops vorgesehen. Wir freuen uns auf Bewerbungen aus allen Bereichen der Herkunftsforschung, die ihre Perspektiven in Reflexion der aktuellen Herausforderungen vorstellen, und hier insbesondere über Beiträge zu den nachfolgend genannten Themenfeldern:

  • Wie verändern neue rechtliche, politische und wissenschaftliche Leitfäden, Leitlinien, Handreichungen oder der Bewertungsrahmen der Schiedsgerichtsbarkeit NS-Raubgut die Provenienzforschung? Was bedeuten diese Rahmenbedingungen für die Praxis der Provenienzforschung?
  • Digitale Möglichkeiten und Herausforderungen: Welche Chancen bieten und welche Auswirkungen haben sogenannte Künstliche Intelligenz und andere neue Technologien auf die Provenienzforschung?
  • Internationalisierung der Provenienzforschung: Welche länder- und kontinentübergreifenden Formen des Austausches gibt es in der Provenienzforschung zu kolonialen und NS-Verfolgungskontexten? Wie kann dieser Austausch in der Zukunft verbessert und ausgeweitet werden?
  • Provenienzforschung in einem breiteren Forschungsfeld: Mit welchen benachbarten Forschungsdisziplinen interagiert die Provenienzforschung in Bezug auf geschichts- und gesellschaftstheoretische Reflexionen? Wie kann der interdisziplinäre Austausch intensiviert und verbessert werden?
  • Erinnerungskultur: Welchen Beitrag kann die Provenienzforschung zur Erinnerungskultur leisten? Wie können sich erinnerungspolitische Akteur*innen besser vernetzen und gegenseitig unterstützen?

Vorschläge für die folgenden Formate können eingereicht werden:

  • Impulsvorträge in der Länge von 15 bis maximal 20 Minuten zu übergreifenden Themen für die Diskussionen im Plenum in englischer Sprache
  • Impulsvorträge in der Länge von 10 bis maximal 15 Minuten zu übergreifenden Fragestellungen, ggf. mit Fallbeispielen aus Einzeldisziplinen (z.B. postkoloniale, bibliothekarische, archivalische, numismatische, antike, archäologische usw. Provenienzforschung, Forschungen zum Kunstmarkt, zu Kriegsverlusten und Beutekunst usw.) für die Diskussionen in kleineren Panels für ein Teilpublikum in deutscher oder englischer Sprache.
  • Inhaltliche Gestaltung und Moderation von Gesprächskreisen oder Workshops zu übergreifenden Fragestellungen mit Fallbeispielen aus Einzeldisziplinen (s. oben) in deutscher oder englischer Sprache mit anschließendem Bericht im Plenum in englischer Sprache

Besonders freuen wir uns über Bewerbungen internationaler Wissenschaftlerinnen und junger Forschender. Bitte senden Sie Ihr Abstract (max. 300 Wörter) in deutscher oder englischer Sprache zusammen mit einer kurzen biografischen Notiz (max. 200 Wörter) und ggf. zusätzlich Nennung themenbezogener Publikationen (max. 3) in einer PDF-Datei bis zum 27.02.2026 an hannover2026@arbeitskreis-provenienzforschung.org. Bei Gruppenbewerbungen muss eine Vortragende*r benannt werden.

Wir bitten um Angabe, ob Reise- und Unterbringungskosten vom Arbeitgeber getragen werden können oder ob eine Kostenerstattung durch das Organisationsteam beantragt wird.

Rückfragen sind bitte ebenfalls an das Organisationsteam unter hannover2026@arbeitskreis-provenienzforschung.org zu adressieren.

Auf zahlreiche Bewerbungen und das Treffen in Hannover freut sich das Organisationsteam und der Vorstand des Arbeitskreis Provenienzforschung e.V.