Pressemitteilung: 6. Internationaler Tag der Provenienzforschung 2024. Herkunft erforschen in Museen, Bibliotheken und Archiven

Am 10. April 2024 findet zum sechsten Mal der Internationale Tag der Provenienzforschung statt. Bisher haben mehr als 100 Kultureinrichtungen in Deutschland, Italien, Österreich, der Schweiz, der Tschechischen Republik und den USA ihre Teilnahme angemeldet (Stand: 2. April 2024).

Auch in diesem Jahr bieten Museen, Bibliotheken und andere (sammlungsführende) Einrichtungen zahlreiche Online- wie auch Präsenzveranstaltungen an. Diese weltweit einmalige Veranstaltungskooperation von Forschenden verschiedenster Einrichtungen und Institutionen steht im Zeichen der jahrelangen erfolgreichen Bestrebungen des Arbeitskreises Provenienzforschung e.V. um Transparenz und Vernetzung innerhalb einer noch immer jungen Forschungscommunity, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Herkunft kultureller Objekte (nicht nur) in öffentlichen Einrichtungen zu beleuchten.

Das breit gefächerte Programmangebot mit aktuell fast 150 Veranstaltungen widmet sich schwerpunktmäßig Themen des NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturguts, den Kulturgütern aus kolonialen Kontexten und den in der SBZ/DDR enteigneten Objekten, aber auch Objekt- und Sammlungsgeschichten generell.

Eine Übersicht und Informationen zu allen Aktionen rund um den Tag der Provenienzforschung 2024 finden Sie auf der Webseite des Arbeitskreises Provenienzforschung e.V.: https://www.arbeitskreis-provenienzforschung.org/veranstaltungen/. Bei Fragen in Bezug auf das individuelle Programm einzelner Teilnehmerinnen wenden Sie sich bitte direkt an die betreffende Institution. Pünktlich zum diesjährigen Tag der Provenienzforschung erscheint zudem eine themenübergreife Publikation des Arbeitskreises Provenienzforschung e.V. mit einer umfangreichen Chronik der Vereinstätigkeit – digital im Volltext verfügbar sowie als Print On Demand zu bestellen: https://doi.org/10.11588/arthistoricum.1315.

Der Aktionstag findet seit 2019 einmal jährlich am zweiten Mittwoch im April statt. Er ist für die Provenienzforschung von großer Bedeutung, da er die gesellschaftliche und wissenschaftliche Relevanz unserer Arbeit aufzeigt und gleichzeitig einem breiten Publikum Einblicke in die Methoden eines Forschungsbereichs vermittelt, der für gewöhnlich hinter den Kulissen der für die Besucherinnen wahrnehmbare Bereiche kuratorischer Arbeit stattfindet. Angesichts der in diesem Frühjahr verabschiedeten Best Practices zur Umsetzung der Washingtoner Prinzipien von 1998, der Fragen um ein deutschlandweites Restitutionsgesetz und des Umgangs mit strittigen Fällen verweist der Tag auf den Wert eben jener Forschungsarbeit die Basis und Grundlage künftiger – auch politischer – Entscheidungen bleiben muss. Die prekäre Beschäftigungssituation vieler Provenienzforschenden bleibt gerade vor dem Hintergrund der politischen Debatten, die sich dem Objekt als kulturellem Erbe der Erinnerung verschreiben weiterhin alarmierend.

Der Arbeitskreis Provenienzforschung e.V. ist ein seit 2000 bestehendes, inzwischen international agierendes Netzwerk von Wissenschaftlerinnen und Expertinnen, die sich mit der Erforschung der Herkunft bzw. des unrechtmäßigen Entzugs von Kulturgütern beschäftigen. Seit 2014 ist der Arbeitskreis als eingetragener Verein organisiert. Zu den zentralen Aufgaben gehören die fachliche Unterstützung der Provenienzforschung in allen ihren Tätigkeitsfeldern und die Förderung des interdisziplinären Austausches. Inzwischen hat der Arbeitskreis über 500 Mitglieder aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Israel, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz und den USA.

Der Aktionstag wird durch die Arbeitsgruppe Tag der Provenienzforschung koordiniert:
https://www.arbeitskreis-provenienzforschung.org/arbeitsgruppen/ag-tag-der-provenienzforschung/

Ihr Kontakt für Rückfragen:
tag-der-provenienzforschung@arbeitskreis-provenienzforschung.org