Nach­ruf auf Bea­trix Pie­zon­ka (1959–2019)

„Immer sind es die Men­schen
Du weißt es
Ihr Herz ist ein klei­ner Stern
Der die Erde beleuchtet“

Rose Aus­län­der

Seit fast zehn Jah­ren war Bea­trix Pie­zon­ka uns Provenienzforscher*innen Kol­le­gin, Mit­strei­te­rin und Freundin. 

Sie stu­dier­te Sozi­al- und Wirt­schafts­ge­schich­te, Mitt­le­re und Neue­re Geschich­te sowie Eth­no­lo­gie an der Ham­bur­ger Uni­ver­si­tät und wirk­te u.a. am Muse­um für Ham­bur­gi­sche Geschich­te, am Haus der Geschich­te Baden-Würt­tem­berg, am Deut­schen His­to­ri­schen Insti­tut in Paris, an der J. W. Goe­the-Uni­ver­si­tät, Frankfurt/Main, an der Uni­ver­si­tät GH Sie­gen und am His­to­ri­schen Muse­um Frankfurt/Main. Im Rah­men ihrer wis­sen­schaft­li­chen Tätig­kei­ten publi­zier­te Bea­trix Pie­zon­ka ins­be­son­de­re zu The­men der Wirtschafts‑, Frauensozial‑, Arbei­ter­ge­schich­te bevor sie zur Pro­ve­ni­enz­for­schung kam.

Seit 2011 lei­te­te sie die Pro­jek­te zur sys­te­ma­ti­schen Pro­ve­ni­enz­for­schung und Geschich­te des Samm­lungs­be­stands am Deut­schen Leder­mu­se­um Offen­bach und im Kul­tur­spei­cher Würz­burg, wobei sie größ­ten Wert auf die adäqua­te Ver­mitt­lung der For­schungs­er­geb­nis­se und unse­rer Arbeits­me­tho­den im All­ge­mei­nen leg­te, wie auch ihre Aus­stel­lung „Her­kunft und Ver­dacht. Pro­ve­ni­enz­for­schung am Muse­um im Kul­tur­spei­cher Würz­burg. Die Zugangs­jah­re 1941 bis 1945“ und der dazu erschie­ne­ne Kata­log belegen.

Bea­trix Pie­zon­ka war von Beginn an Mit­glied der Arbeits­grup­pe der Provenienzforscher*innen im Rhein-Main-Gebiet und gehör­te 2014 zu den Grün­dungs­mit­glie­dern des Arbeits­kreis Pro­ve­ni­enz­for­schung e.V. Nicht nur war sie eine über­aus geschätz­te Wis­sen­schaft­le­rin und eine prä­zi­se wie scharf­sin­ni­ge Recher­cheu­rin, sie wuss­te die Freu­de an ihrer Auf­ga­be zu tei­len und zu ver­mit­teln. Ihre fröh­li­che Art wird uns fehlen.

Bea­trix Pie­zon­ka ist am 24.10.2019 nach kur­zer schwe­rer Krank­heit gestor­ben. In gro­ßer Dank­bar­keit und tie­fer Ver­bun­den­heit wer­den wir sie in Erin­ne­rung behalten.

Hei­ke Kro­kow­ski und Miri­am Oli­via Merz